Aus Kubikmeter m³ werden Kilowattstunden kWh
Ist mein Verbrauch eigentlich hoch oder niedrig?
Aus Kubikmeter m³ werden Kilowattstunden kWh
Auf Ihrem Gaszähler lesen Sie Ihren Verbrauch in m³ (Kubikmeter) ab, in Ihrer Gasabrechnung des Lieferanten werden allerdings kWh (Kilowattstunden) abgerechnet.
Wie können Sie nun nachvollziehen, ob der ermittelte Erdgasverbrauch mit der berechneten Leistung des Gasanbieters übereinstimmt? Wir als Netzbetreiber zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Verbrauch ganz einfach von m³ in kWh umrechnen können. Für die Umrechnung benötigen Sie jedoch noch zwei weitere Werte: den Brennwert und die Zustandszahl.
Den Verbrauch in m³, den Brennwert sowie die Zustandszahl übermitteln wir immer an Ihren Gaslieferanten. Dieser übernimmt die Daten und bildet sie in der individuellen Rechnung ab um Ihren Gasverbrauch in kWh abzurechnen.
Dies erfolgt nach der Formel:
Kubikmeter (m3) × Brennwert (kWh/m³) × Zustandszahl = Kilowattstunden (kWh)
Um die Gaskosten zu berechnen, nehmen Sie nun die Kilowattstunden (kWh) und multiplizieren ihn mit Ihrem individuellem Gaspreis:
Kilowattstunden (kWh) x Gaspreis (Cent/kWh) = Gaskosten (Cent bzw. Euro)
Was ist der Brennwert?
Erdgas ist ein Naturprodukt und unterliegt im Gegensatz zu Strom je nach Förderquelle leichten Schwankungen. Der Brennwert hilft dabei, den Energiegehalt des Gases, genauer zu ermitteln. Er gibt an, wie viel Energie in einem Kubikmeter des Erdgases enthalten ist. Dieser Wert wird regelmäßig bestimmt, aktuell beträgt dieser Wert für das H-Gas im Netzgebiet der enercity Netz 11,2 kWh/m³.
Was ist die Zustandszahl?
Das Volumen des Erdgases, wird von äußeren Faktoren beeinflusst. Die Temperatur und der Luftdruck an Ihrer Verbrauchsstelle beeinflussen das Volumen des Erdgases. Um die Erdgasmengen an verschiedenen Verbrauchsstellen mit unterschiedlichen Bedingungen vergleichbar zu machen, wird die Zustandszahl für die Berechnung herangezogen. Diese Information finden Sie auf Ihrer Rechnung.
Die Zustandszahl beschreibt das Verhältnis des Gasvolumens im Normzustand zu dem im Betriebszustand bei Ihnen zu Hause (Normzustand: Temperatur von 0 °C und Druck von 1 bar). Die Zustandszahl liegt zwischen 0,95 und 1,05 - also nahe 1.
Vereinfachte Rechnung:
Pauschal können Sie die verbrauchten Kubikmeter mit einem Faktor von 11,2 für den Brennwert multiplizieren. Da die Zustandszahl nahezu 1 beträgt, können Sie diese der Einfachheit halber - für eine Überschlagsrechnung - entfallen lassen.
Bei einem abgelesenen Verbrauch von zum Beispiel 2.000 m³ erhalten Sie einen ungefähren Verbrauch von 22.400 kWh.
2.000 m³ x 11,2 kWh/m³ = 22.400 kWh.
Die enercity Netz hat das Gasnetz bereits auf das sogenannte 🔥 H-Gas umgestellt - H-Gas hat einen höheren Energiegehalt als das bisherige L-Gas.
Ist mein Verbrauch eigentlich hoch oder niedrig?
Ihre Jahresrechnung ist angekommen und nun fragen Sie sich: Ist das nun viel oder wenig?
Ein einfacher Vergleich mit dem deutschen Gesamtdurchschnitt kann Ihnen eine Hilfestellung geben. Natürlich beeinflussen viele Faktoren den Verbrauch, die wesentlichen listen wir hier für Sie auf:
- Wird das Gas nur zum Heizen oder auch für das Warmwasser verwendet.
- Die Größe der Wohnung oder des Hauses.
- Der energetische Zustand der Bausubstanz.
- Das Alter der Heizung.
- Das individuelle Heizverhalten.
- Die persönliche Wohlfühltemperatur.
- Anzahl der Personen im Haushalt (wichtig für Warmwasserbereitung).
Gasverbrauch nach Personenzahl
Wird Gas nur für die Heizung genutzt, fällt die Personenzahl in einem Haushalt nicht ins Gewicht. Schließlich müssen die Wohnräume unabhängig von der Personenzahl beheizt werden. Muss jedoch zudem noch das warme Wasser erhitzt werden, wird deutlich mehr Gas benötigt. Je nach Anzahl der Personen im Haushalt variiert der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitung:
- 1 Person: 600 – 800 kWh/Jahr
- 2 Personen: 1.200 – 1.600 kWh/Jahr
- 3 Personen: 1.800 – 2.400 kWh/Jahr
- 4 Personen: 2.400 – 3.200 kWh/Jahr
Gasverbrauch nach Immobilienarten und Baujahr
Natürlich hat die Immobilienart einen großen Einfluss auf den Gasverbrauch. Wenn Sie in einem schlecht gedämmten Haus aus den 1970er-Jahren wohnen ist der Gasverbrauch höher als in einem Neubau. Es geht viel Wärme durch die Mauern, Decken, Türen und Wände verloren.
Und selbst ein frei stehendes Einfamilienhaus aus den 90er-Jahren hat höhere Verbrauchszahlen als ein Einfamilienhaus inmitten einer Stadt oder ein Reihenmittelhaus. Auch hierfür gibt es für Deutschland durchschnittliche Werte:
| Immobilienart und Haushaltsgröße | Bis Baujahr 1977 | Ab Baujahr 2002 | Neubau |
| Wohnung 40 m² | 9.900 kWh | 4.900 kWh | 750 – 3.000 kWh |
| Wohnung 60 m² | 14.800 kWh | 7.300 kWh | 1.100 – 4.400 kWh |
| Wohnung 85 m² | 21.000 kWh | 10.400 kWh | 1.600 – 6.300 kWh |
| Reihenhaus 100 m² | 20.000 kWh | 10.000 kWh | 1.500 – 6.300 kWh |
| Reihenhaus 120 m² | 24.000 kWh | 12.000 kWh | 1.800 – 7.500 kWh |
| Einfamilienhaus 140 m² | 28.000 kWh | 14.000 kWh | 2.200 – 8.750 kWh |